Arbeit und Weiterbildung für alle!

Viviane Hösli

Bezirk Zofingen, Listenplatz 2

Gewerkschaftssekretärin

Wir Berufstätigen brauchen keine Steuererleichterungen. Wir brauchen gute und bezahlbare Leistungen in Bereichen wie Bildung, Gesundheit und Soziales.

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In Sorgenbarometern in der Schweiz landet die Angst vor Arbeitslosigkeit immer auf den ersten Plätzen. Ein Stellenverlust kann jeden treffen und die Folgen sind weitreichend. Sowohl finanziell wie auch für die soziale Integration. Angesichts des schleichenden Anstiegs der Arbeitslosen und Ausgesteuerten im Aargau hat die Initiative der Aargauer Gewerkschaften „Arbeit und Weiterbildung für alle!“ nichts an Aktualität eingebüsst. Die 2012 eingereichte Initiative war zunächst sistiert worden, weil der Regierungsrat eine Lösung in der Sozialplanung in Aussicht stellte. 2015 verabschiedete der Kanton zwar die so genannte „Sozialplanung“, konkrete Massnahmen sind gegen die Arbeitslosigkeit sind darin aber keine vorgesehen. Nachdem der Grosse Rat die Initiative am 30. August behandelte und kein Gegenvorschlag vorliegt, wird die Abstimmung definitiv am 12. Februar 2017 stattfinden.

Die Initiative „Arbeit und Weiterbildung für alle!“ fordert:
• Zusätzliche Taggelder für ausgesteuerte Arbeitslose während der Rahmenfrist
• Präventivmassnahmen für stark von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen (Umschulungen, Aus- und Weiterbildungen)
• Massnahmenplätze mit Weiterbildungsanteil für Arbeitslose
• Arbeitsplätze für teilleistungsfähige Personen

Gleichzeitig steht der Wirtschaftsstandort Aargau durch die Deindustrialisierung, ausgelöst durch die Frankenstärke, aber auch die Digitalisierung unter starkem Druck. Durch den Stellenabbau in den industriellen Grossbetrieben und deren Zulieferern wird die Anzahl Arbeitsloser im Kanton Aargau weiter ansteigen (insbesondere im bevölkerungs- und finanzstärksten Bezirk Baden). Von einem Stellenverlust in der Industrie betroffen werden erfahrungsgemäss wohl insbesondere Angestellte sein, die:
• über 50 Jahre alt sind
• über Jahrzehnte in einem sehr spezifischen und engen Fachgebiet tätig waren,
• über veraltetes Fachwissen verfügen oder
• tief qualifiziert sind

Die Aussichten für diese Stellensuchenden auf eine Neueinstellung sind relativ gering und die Gefahren von Langzeitarbeitslosigkeit, Aussteuerung und später Sozialhilfe realistisch.

Konkrete Hilfe für Betroffene
Den vom Stellenabbau und der Auslagerung betroffenen Arbeitnehmenden muss rasch und unbürokratisch geholfen werden. Besonders betroffen sind hier Personen, die über viele Jahre im selben Betrieb tätig waren. Der starke Anstieg von Arbeitslosigkeit im Alterssegment „50plus“ betrifft eben nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte, sondern auch weniger qualifizierte Angestellte. Es sind Menschen, die während Jahrzehnten gute Arbeit geleistet haben, deren Kompetenz nun aber durch den Strukturwandel nicht mehr gebraucht werden. Die durchschnittliche Dauer der Stellensuche von fast einem Jahr und der überproportionale Anstieg von Sozialhilfefällen in diesem Alterssegment zeigt, wie schwierig es für die Betroffenen ist, nach einem Stellenverlust wieder Anschluss zu finden. Diese Menschen brauchen etwas länger um wieder im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen und sie benötigen allenfalls Umschulungen oder Weiterbildungen um den Anforderungen im Arbeitsmarkt wieder zu entsprechen. Die bestehende Lücke zwischen Arbeitslosenversicherung und später leider oft Sozialhilfe, muss geschlossen werden. Nicht zuletzt um auch die Gemeinden zu entlasten. In keiner anderen Altersgruppe steigt die Sozialhilfequote so rasant an, wie ab 46. Es kann und darf nicht sein, dass Menschen bereits mit 50 auf das Abstellgleis der Arbeitswelt geraten.

Mit der Initiative der Gewerkschaften hat die Aargauer Stimmbevölkerung am 12. Februar 2017 die Möglichkeit einer gesetzlichen Grundlage zuzustimmen, die den Arbeitslosen und den vor Arbeitslosigkeiten bedrohten Personen in diesem Kanton wirklich hilft. Sagen wir ja zur Investition in Menschen.

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