Postulat Lelia Hunziker, SP, Aarau (Sprecherin), Lea Schmidmeister, SP, Wettingen, GertrudHäseli, Grüne, Wittnau, Rita Brem-Ingold, Mitte, Oberwil-Lieli, und Therese Dietiker, EVP,Aarau, vom 22. März 2022 betreffend Krieg in Europa: Professionelle Vorbereitung, Beratungund Begleitung der privaten Unterbringung

Text:

Der Regierungsrat wird beauftragt zu prüfen, ein spezialisiertes und professionelles Angebot einzu-
richten für die Vorbereitung, Beratung und Begleitung der privaten Unterbringung.

Begründung:

Viele Geflüchtete wohnen bei Privatpersonen. Die riesige Solidarität ist eindrücklich. Viele Menschen
können bei Bekannten oder Verwandten leben. Viele auch bei Personen, die sich nicht kennen, wel-
che Wohnraum zur Verfügung stellen. Gemäss Informationen von Netzwerken gibt es auch eine
grosse Zahl von Personen die ohne Registrierung untergebracht werden. Sie wollen sich nicht regist-
rieren, weil sie hoffen, dass sie bald wieder zurück in die Ukraine können, weil sie unabhängig blei-
ben wollen. Die Unterbringung läuft einerseits über die SFH (Schweizerische Flüchtlingshilfe) aber
auch über viele private Netzwerke und neu entstehende NGO (Nichtregierungsorganisationen).
Die private Unterbringung ist anspruchsvoll und herausfordernd. Erwartungen, Rechte und Pflichten
müssen klar sein. In der aktuellen, unübersichtlichen Lage kann es zu Missbrauch und Abhängigkei-
ten kommen. Es braucht deshalb von Anfang an eine enge Begleitung. Gastgebende und Gäste
müssen auf die Situation vorbereitet werden. Es braucht Klarheit über Aufgaben, Zuständigkeiten,
Rechte und Pflichten. Zudem müssen diese Wohnsituationen eng begleitet werden, damit Fragen
und Probleme frühzeitig erkannt werden und reagiert werden kann. Diese anspruchsvolle Tätigkeit
bedarf Erfahrung und Fachwissen und Professionalität.

Positiv zu erwähnen ist, dass der Kantonale Sozialdienst eine Hotline eingeführt hat, als erste An-
laufstelle für Gastgeber/innnen.