Weniger Unterlisten, aber weiterhin Raum für politisches Engagement

Aarau, 20. Juli 2026

Die SP Aargau wird bei den Nationalratswahlen 2027 mit weniger Unterlisten antreten als 2023. Über die Wahlstrategie und die Ausgestaltung der Listen werden die zuständigen Parteigremien und die Delegierten im statutarisch vorgesehenen Prozess entscheiden.

Die SP Aargau begrüsst den überparteilichen Austausch über die Zahl der Unterlisten. Wie alle Parteien im Kanton Aargau verfolgt sie das Ziel, bei den Nationalratswahlen 2027 mit weniger Unterlisten anzutreten als 2023. Parteien tragen gemeinsam die Verantwortung dafür, dass Wahlen verständlich bleiben und der administrative Aufwand verhältnismässig ist. Für die SP Aargau ist deshalb klar, dass die Zahl ihrer Unterlisten gegenüber den Nationalratswahlen 2023 reduziert werden soll. Mehr als ein Jahr vor den Wahlen ist der Zeitpunkt jedoch schlecht, hier einen Beschluss vorwegzunehmen. Das Wahlkampfkonzept wird derzeit erarbeitet und anschliessend von den Delegierten beschlossen.

«Als Parteipräsidium können wir nicht heute eine Zahl festlegen, bevor unsere Mitglieder überhaupt über die Wahlstrategie diskutiert haben. Wir wollen die Anzahl der Unterlisten reduzieren, aber wir wollen dies im Sinne unserer Partei und gemäss dem Beschluss der Delegierten tun», sagt Co-Präsidentin Anja Gestmann.

Unterlisten ermöglichen politische Beteiligung

Ob zwei statt drei oder vier Unterlisten für die Wählenden tatsächlich einen entscheidenden Unterschied machen, ist aus Sicht der SP fraglich. Alle Kantonalparteien wollen auch künftig mit einer Hauptliste und mehreren verbundenen Listen antreten. Die SP Aargau warnt deshalb davor, die Unterlisten der vergangenen Wahlen pauschal als Belastung für die Demokratie darzustellen. Zahlreiche Politneulinge erhielten dadurch die Möglichkeit, erstmals zu kandidieren, politische Erfahrungen zu sammeln und eigene Themen in den Wahlkampf einzubringen. Viele von ihnen engagieren sich weiterhin in der Partei, in Gemeinden oder in gesellschaftlichen Organisationen. Deshalb wurde eine gemeinsame Stellungnahme der Parteien Die Mitte, EVP und SP formuliert.

«Die parteiübergreifende Entscheidung, die Listenzahl im Vergleich zu 2023 zu beschränken, unterstützen wir. Unsere Kandidierenden auf den Unterlisten haben jedoch einen lebendigen und thematisch vielfältigen Wahlkampf geführt. Sie haben Menschen für Politik begeistert, die zuvor noch nie kandidiert hatten. Dieses Engagement sollten wir nicht als Problem darstellen», sagt Co-Präsidentin Lucia Engeli. «Die Stimmbevölkerung entscheidet regelmässig über komplexe Sachfragen. Wir sollten sie nicht unterschätzen und Vielfalt vorschnell mit Überforderung gleichsetzen.»

Anreiz für Unterlisten im Wahlsystem

Der Anreiz für Unterlisten ist auch eine Folge des Wahlsystems. Dieses verschafft grossen Parteien Vorteile und setzt insbesondere kleinere Parteien unter Druck, ihre Chancen mit Listenverbindungen und zusätzlichen Listen zu verbessern. Eine nachhaltige Lösung muss deshalb auch die Regeln der Sitzverteilung einbeziehen.

Mit welchen Unterlisten die SP Aargau 2027 antreten wird, ist noch offen. Die möglichen politischen und gesellschaftlichen Schwerpunkte werden im Rahmen der Wahlkampfstrategie entwickelt. Fest steht jedoch, dass die SP Aargau die Zahl ihrer Unterlisten reduzieren wird, ohne politisches Engagement unnötig einzuschränken und ohne dem demokratischen Entscheid ihrer Mitglieder vorzugreifen.

Ansprechpartner:innen zu diesem Thema

Lucia Engeli

Lucia Engeli

Grossrätin Aarau

Anja Gestmann

Anja Gestmann

Co-Präsidentin

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