JA zur Initiative Chancen «Chancen für Kinder - zusammen gegen die Familienarmut»

Am 12. Februar

JA zur Initiative Chancen «Chancen für Kinder - zusammen gegen die Familienarmut»

Jedes sechste Kind in der Schweiz lebt in Armut oder ist von Armut betroffen. Der Aargau ist dabei keine Ausnahme. Die stetig steigenden Lebenshaltungskosten, sind für Familien ein immer grösseres Armutsrisiko. Kinder leiden unter der Armut am meisten, weil sie dadurch in ihrer sozialen und schulischen Entwicklung stark benachteiligt werden. Am 12. Februar haben wir die Möglichkeit etwas dagegen zu tun: Mit einem JA zur Initiative "Chance für Kinder - zusammen gegen Familienarmut" können wir eine Kinderbeihilfe für einkommensschwache Familien im Aargau einführen. 

  • Kinderbeihilfe ist ein wirksames Instrument: Die Kinder-beihilfe wird nicht nach dem Giesskannenprinzip verteilt, sondern dient als wirksames Instrument zur gezielten Hilfe bei betroffenen Kindern und Familien. Die Lösung ist effi-zient und braucht keine neuen Verwaltungsstrukturen.
  • Für einen besseren Start ins Leben: Familien, deren Einkommen nicht ausreicht, erhalten gezielte Kinderbeihilfe, bis das jüngste Kind die obligatorische Schule abgeschlossen hat. Damit ermöglichen wir Kindern eine bessere Zukunft. Auch Kinder aus einkommensschwachen Familien sollen am sozialen Leben teilnehmen können und beispielsweise ein Instrument erlernen oder in einen Sportver-ein gehen können.
  • Langfristig weniger Ausgaben für den Kanton: Kinder aus einkommensschwachen Familien haben ein grosses Risiko, später selbst von Armut betroffen zu sein. Mit der Kinderbeihilfe wird dieses Risiko gesenkt. Das entlastet langfristig die Sozialhilfe und damit die Finanzen des Kan-tons.
  • Kein Ersatz der Kinderzulagen: Die Kinderbeihilfe dient als Ergänzung zu den Kinderzulagen und wird an genau definierte Voraussetzungen gebunden. Nur Familien, bei denen der Bedarf ausgewiesen ist, werden gezielt finanziell unterstützt.

 

 

Infoabend: Unternehmenssteuerreform III

Infoabend: Unternehmenssteuerreform III (USR 3)

Montag, 23. Januar 2017, 19:00 - 21:00 Uhr
Volkshaus, Bachstrasse 43, 5000 Aarau

Gerne lädt die SP Kanton Aargau alle Interessierten zum Infoabend vom 23. Januar im Volkshaus in Aarau ein. An diesem Abend wollen wir die nationale Vorlage zu der Unternehmenssteuerreform III, die am 12. Februar zur Abstimmung kommt, mit Daniel Kopp diskutieren. Die Komplexität der Vorlage erfordert Erläuterungen von einer Fachperson. Mit diesem Anlass möchten wir allen Interessierten die Möglichkeit bieten, diese Reform sowie entsprechender Konsequenzen zu verstehen. Falls die Vorlage durchkommen sollte, profitieren ausschliesslich Grossaktionäre und Unternehmensbesitzer. Die Rechnung dafür bezahlen die Angestellten und der Mittelstand durch höhere Steuern.

Unternehmenssteuerreform III: warum unbedingt NEIN?
Erklärung der Vorlage, mit Daniel Kopp, Ökonom, SP Bern
Fragen und Diskussionsrunde

Bitte meldet euch bis zum 19. Januar bei uns (sekretariat(at)sp-aargau.ch) an.
Wir freuen uns über euer zahlreiches Erscheinen.


Den Boden bereiten - Mariann Suter 1946-2016

Den Boden bereiten - Mariann Suter 1946-2016

Im Juni 2015 sahen wir sie zum letzten Mal an einem Parteianlass. Der ordentliche Parteitag des Wahljahrs 2015 fand im Brugger Schulhaus Au-Erle statt. Mariann war da, abgemagert, aber munter und wie immer mit Zigarette. „Wenn Du möchtest, zeige ich Dir etwas von Hugo“, meinte sie, und wir suchten gemeinsam die Glasbilderfolge, die ihr 2013 verstorbener Mann Hugo Suter 1995 an einem Bau dieser grosszügigen Schulanlage gestaltet hatte. Die für Hugo Suter charakteristischen Fensterbilder finden sich an mehreren öffentlichen und vielen privaten Bauten in der Schweiz. Mariann betrachtete es stets als eine ihrer wichtigeren Leistungen, diesem Künstler „den Boden bereitet zu haben“, wie sie es ausdrückte. Seit 1971 waren die beiden in einer „engen und vertrauten Beziehung“, so Mariann, zusammen. Und blieben es, bis Hugo Suter im August 2013 siebzigjährig, nach langer Krankheit und bis zuletzt von Mariann gepflegt, starb.

 

Arbeit

Eigentlich hätte Mariann, die sich von ihren schwierigen, von Armut und suchtkranken Eltern geprägten familiären Verhältnissen befreien wollte, auch gerne die Kunstgewerbeschule besucht. Das wollten die Eltern aber nicht finanzieren, und so machte Mariann nach einem Englandaufenthalt, Proficiency-Diplom und Übersetzerin- und Bibliotheksarbeit, eine Lehre als Hochbauzeichnerin in Luzern. Ihr späterer Chef machte sie mit dem Bauhaus-Stil bekannt, den wir noch in ihren kostbaren „Puppenhäusern“ erkennen.

 

Politik

In die Politik „rutschte“ Mariann über einen SVP-Mann, den Boniswiler Grossrat Hans Feldmann vom Verband Landschaftsschutz Hallwilersee, der sie als Kassierin – und als höchst engagierte Kämpferin gegen die Überbauung der Uferhänge gewann. Und so kam Mariann auch zur SP. In Seengen, wo sie und Hugo damals wohnten, war die Partei nicht mehr aktiv. So belebten die beiden die SP wieder mit jungen Mitgliedern und im erfolgreichen Kampf gegen die Ghei-Rügel-Überbauung, die von verkaufswilligen Bauern gepusht wurde. Als die SP-Frauen im Bezirk Lenzburg dann 50 Prozent Frauen auf die Liste für die Grossratswahlen bringen wollten, „musste“ Mariann kandidieren – und wurde 1989 gewählt. Was sie Hugo gar nicht zu berichten traute. Es war Arthur Schmid, der den Künstlergatten von der Wichtigkeit dieser Wahl überzeugte, und Arthur Schmid motivierte Mariann auch dazu, sich im Grossen Rat für Erziehung und Kultur einzusetzen.

 

Aber die Parlamentsarbeit sei nichts für sie gewesen, meinte Mariann. 1993 wurde sie als Parteisekretärin der SP Aargau gewählt, als erste Frau neben den (in dieser Reihenfolge) Sekretären Ueli  Zulauf, Oliver Martin und Marco Giuliani. Umsichtig, beharrlich, klug, zuverlässig und stets wie ein Sperber auf die Gleichstellung fokussiert krampfte sie auf dem Sekretariat, dachte bei Projekten mit und öfters auch vor und sorgte für Diskussionen, die über das provinzielle Denken hinausgingen. Den „Frauenrutsch“ vom März 1993 als Folge der Nicht-Wahl von Christiane Brunner in den Bundesrat genoss sie. Die SP-Fraktion gewann am 7. März 1993 7 Sitze und hatte nun 44 (von 200) Mitglieder, 29 oder 66 Prozent davon Frauen – 1989 bis 1993 stellten die Männer 70 Prozent der SP-Fraktion. Das musste verdaut werden, und die erfahrene Mariann war dabei unersetzlich.

 

Bauten

1998 zog die SP Aargau als Mieterin in das von den Gewerkschaften erworbene Volkshaus an der Aarauer Bachstrasse ein. Mariann Suter wirkte bei der Einrichtung des renovierten Baus aus der Jahrhundertwende mit und sorgte für eine funktionell und ästhetisch überzeugende, elegante Möblierung. Die teuren (vom Bauhaus beeinflussten!) Arne-Jacobsen-Stühle der Serie 7 finanzierten unter anderem die Grossratsmitglieder der SP – sie erinnern noch heute an die stilsichere Parteisekretärin.

 

2002 zog sich Mariann Suter aus dem Parteisekretariat zurück. Ihr neues Projekt war die ehemalige Weberei in Birrwil. Mit Geduld und Verhandlungsgeschick gelang es ihr, die Liegenschaft zusammen mit Gleichgesinnten 2002 als Genossenschaft zu erwerben und  zu beziehen und nach und nach für Wohnungen und Ateliers umzubauen. Hugo Suter wirkte seither in seinem Atelier nahe am Wasser, und immer mehr Künstlerinnen und Künstler zogen in den Schwaderhof ein. Es waren auch Schwaderhof-BewohnerInnen, die Mariann in ihrer Krankheit Hilfe leisteten.

 

Nach 2013

Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs traf Mariann nach Hugos Tod im Herbst 2013. Auf belastende und letztlich wirkungslose Therapien verzichtete sie, man gab ihr noch ein halbes Jahr. Umsichtig und äusserst diszipliniert ordnete sie nun den Nachlass von Hugo und betreute noch drei Ausstellungen seiner Werke. Ihre „Situation“, wie sie es nannte, organisierte sie, erfahren durch die Pflege ihres Gatten. Wir trafen Mariann fortan im Schwaderhof, wo sie uns herzlich und aufmerksam bewirtete. Ihre Schwester Lilo Weber berichtet, dass Mariann bis zuletzt für die SP, nun für die Wahlen in diesem Jahr, warb und auch kräftig spendete. Nach ihrem in grossem Freundeskreis gefeierten 70. Geburtstag im September verliessen sie ihre Kräfte aber rasch. Ihre Schwester wohnte nun ganz bei ihr und sorgte für Mariann, bis diese am Abend des 27. Novembers sterben konnte.   

 

Wir vermissen die Gespräche mit Mariann und die Freundschaft dieser Genossin.


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