ABB-Ausverkauf: So sieht Verantwortungslosigkeit aus

Ein Traditionsunternehmen wird seiner Zukunft beraubt, allein, um den Aktionären einen kurzfristigen Gewinn zu bescheren. – und einmal mehr müssen die Angestellten darunter leiden. Das ist eine Schande für die ABB.

Der Schritt, den das Traditionsunternehmen ABB gestern angekündigt hat, ist ungeheuerlich: Die ABB verkauft mit der Stromnetzsparte ihr eigentliches Kerngeschäft, in dem über ein Drittel ihrer Angestellten arbeitet – und dies ohne Not. Denn das Stromnetzgeschäft läuft gut – nicht zuletzt deshalb, weil ABB in den letzten Jahren viel Engagement hineingesteckt hat.

Geld wird verbrannt
Es ist nicht glaubwürdig, wenn ABB vorgibt, das Unternehmen neu auszurichten. Dazu konnte der CEO des Unternehmens in seinen Stellungnahmen nichts sagen. Es ein Grossaktionär, der diesen Entscheid erzwungen hat. Und entsprechend fliesst der Erlös aus dem Verkauf nicht in die Zukunftssicherung des Unternehmens, sondern an die Aktionäre. Gabriela Suter, Präsidentin der SP Aargau, ist überzeugt: „Dass der Erlös aus dem Verkauf allein an die Aktionäre gehen soll, ist skandalös. Dieses Geld wird richtiggehend verbrannt, es bringt dem Unternehmen und der Volkswirtschaft überhaupt nichts mehr.“

Jahrelange Unsicherheit für Angestellte
Wer in diesem Schritt eine Chance sieht, ist blauäugig, meint SP-Fraktionspräsident Dieter Egli: „Hier wird ein Unternehmen bewusst ausgehöhlt und seiner Zukunft beraubt, allein, um den Aktionären einen kurzfristigen Gewinn zu bescheren. Was mit den Angestellten passiert, interessiert die Verantwortlichen einen Deut.“ Die 2800 Mitarbeitenden, die in der Schweiz und im Aargau betroffen sind, werden mit dem Verkauf in jahrelange Unsicherheit geworfen werden. Denn der neue Besitzer gibt – wen wundert’s? – keine Jobgarantien.

Jedes Vertrauen geht verloren
In einigen Jahren wird man feststellen, dass in diesen Tagen einem Traditionsunternehmen im Aargau der Todesstoss versetzt wurde. Genauso sieht Verantwortungslosigkeit aus. So bringt man die Bevölkerung dazu, jedes Vertrauen in die Wirtschaft zu verlieren – und in die Politik, die uns weismachen will, man müsse derart verantwortungslose Manager noch umgarnen mit einer ruinösen Tiefsteuer- und Abbaupolitik auf Kosten der Bevölkerung.

Weitere Auskünfte:
Gabriela Suter, Präsidentin SP Kanton Aargau, Grossrätin: 076 432 40 27

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