Nicht auf Kosten der Schülerinnen und Schüler!

Die vom Regierungsrat vorgestellte Neuressourcierung der Volksschulen (NRVS) ist an sich ein gutes Instrument. Wird es aber einfach als «Abbau-Maschine» eingesetzt, so gefährdet es viele kleine Schulen und torpediert die Chancengerechtigkeit.

Das Vorhaben, Ressourcen nach einem bestimmten Schlüssel an die Schulen zu verteilen, unterstützt die SP Aargau grundsätzlich. Die Idee, den Schulen damit grösseren Handlungsspielraum zu gewähren, ist an sich zu begrüssen. Die SP zweifelt aber daran, dass diese Idee mit der NRVS sinnvoll umgesetzt werden kann:

  • Gleiche Mittel für mehr Stunden: Die NRVS wird gleichzeitig mit dem Neuen Lehrplan eingeführt. Dieser sieht auf der Sekundarstufe 1 deutlich mehr Pflichtlektionen vor. Da seine Einführung kostenneutral erfolgen soll, verschwindet der vermeintliche Handlungsspielraum durch die NRVS gleich wieder.
  • Grosse Schulen profitieren: Zahlen, wie viele Ressourcen die einzelnen Schulgemeinden konkret erhalten werden, fehlen. Es ist davon auszugehen, dass aufgrund von Skaleneffekten am ehesten die grossen Schulen profitieren – während kleine Schulen in die Knie gezwungen werden.
  • Fehlende Planungssicherheit: Die Ressourcen sollen jährlich neu berechnet und vergeben werden. Die Planungssicherheit ist damit nicht gewährleistet. Durchschnittszahlen über mehrere Jahre böten mehr Stabilität.

Chancengerechtigkeit vs. Kostendruck und Konkurrenz

Die SP ist skeptisch, ob die vom Regierungsrat immer wieder angesprochene Chancengerechtigkeit mit der NRVS wirklich verbessert wird. Vielmehr besteht die Gefahr, dass gerade sie darunter leidet.

Denn einerseits hängt die Höhe der Ressourcierung immer vom Willen des Grossen Rats ab: Wenn dieser die Ressourcen pauschal kürzt, dann verlieren die Schülerinnen und Schüler – auch bei einer noch so ausgeklügelten Verteilung durch den Regierungsrat.

Weil die Ressourcen neu vor Ort verteilt werden müssen, wird andererseits in den einzelnen Schulen der Kostendruck verstärkt, und verschiedene Interessen konkurrieren einander. So wird die Versuchung gross, bei der Qualität des Unterrichts oder auf Kosten derjenigen Schülerinnen und Schüler zu sparen, die individuelle Unterstützung benötigen.

Mitsprache und mehr Mittel für Schulleitungen

Wenn das neue System effektiv und vor allem unter Wahrung der Chancengerechtigkeit umgesetzt werden soll, ist die Mitsprache der Lehrpersonen bei der Verteilung der Ressourcen zwingend. Die Verteilung der Lektionen muss transparent sein, und die gesetzlichen Grundlagen (z.B. das Recht auf individuelle Unterstützung) müssen gewährleistet bleiben.

Zudem braucht es vor Ort kompetente Führungspersonen mit deutlich höheren zeitlichen Ressourcen.

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