Interpellation David Burgherr, SP, Lengnau (Sprecher), Simona Brizzi, SP, Ennetbaden, Thomas Leitch-Frey, SP, Wohlen, Colette Basler, SP, Zeihen, Manfred Dubach, SP, Zofingen, (…) vom 14. Mai 2019 betreffend den akuten Mangel an Lehrpersonen auf der Primar- und Kindergartenstufe.

Text und Begründung:

Der Primar- und Kindergartenstufe drohen auf den Schulbeginn 2019-2020 erneut zahllose unbesetzte Pensen. Gemäss Stellenportal von Schule Aargau sind per 7. Mai 2019 auf der Primarstufe 240 und auf der Kindergartenstufe 87 Stellen ausgeschrieben. Über die Hälfte dieser Stellen umfassen mehr als 50 Stellenprozent. Aufsummiert kann von etwa 190 offenen Vollpensen ausgegangen werden.

Besonders prekär ist die Situation in den Randbezirken und in den kleinen Schulen. So suchen allein die Schulen Schwaderloch, Leibstadt und Full-Reuenthal im Bezirk Zurzach 7 Primarlehrer/innen mit vollem Pensum. Im benachbarten Baden-Württemberg können keine Lehrpersonen mehr abgeworben werden, da dort der Mangel an Lehrpersonen mittlerweile ebenfalls katastrophal ist.

Die Leidtragenden sind die Schüler/innen. Wenn die Stellen nicht besetzt werden können, gehen einerseits Schulen ein, andrerseits werden Klassen vergrössert. Darunter leidet sowohl die individuelle Betreuung als auch der Kontakt zwischen Schule und Elternhaus. Die Schulwege werden länger, können nicht mehr zu Fuss bewältigt werden – die problematischen Elterntaxis sind eine Folge davon. Das widerspricht dem Grundsatz «kurze Beine – kurze Wege», der für eine gesunde, sichere, soziale und individuelle Mobilität der Kleinsten sorgt.

Die Interpellanten bitten den Regierungsrat vor diesem Hintergrund folgende Fragen zu beantworten:

1. Wie beurteilt der Regierungsrat die Lage auf dem Stellenmarkt für Lehrpersonen der Kindergarten- und Primarstufe, auch im Vergleich zu den letzten fünf Jahren?

2. Welche Prognose stellt der Regierungsrat ausgehend von obigem Vergleich für die Anzahl nicht besetzter Stellen zu Beginn des Schuljahres 2019-2020 auf der Kindergarten- und der Primarstufe?

3. Wie unterstützt der Regierungsrat die Gemeinden bei der Suche von Lehrpersonen, sowohl allgemein als auch im Falle, dass sich abzeichnet, dass eine Stelle voraussichtlich nicht besetzt werden kann?

4. Wie beurteilt der Regierungsrat die Notlösung, dass Stellen letztlich durch nicht, noch nicht oder nicht genügend qualifizierte Lehrpersonen besetzt werden?

5. Falls der Regierungsrat diese Notlösung gutheisst, ist er dann bereit, Einfluss auf die Pädagogische Hochschule FHNW zu nehmen, damit diese die Vereinbarkeit von Studium und gleichzeitiger Berufstätigkeit erleichtert?

6. Welche Strategie hat der Regierungsrat um den Mangel an Lehrpersonen im Kanton Aargau mittel- und langfristig zu beheben? Will er die Quereinsteiger-Ausbildung wieder aufnehmen?

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