Naturschutzprogramm Wald; Zwischenbericht 2019; Antrag für den Verpflichtungskredit fünfte Etappe (2020–2025)

Die SP Aargau bedankt sich für die Einladung zur Vernehmlassung und hält fest, dass sich die SP stets für den Naturschutz im Wald eingesetzt hat und zum Aargauer „Naturschutzprogramm Wald“ steht. Mit den massiven Kürzungen der 4. Etappe des Naturschutzprogramms war die SP nicht einverstanden. Im Zusammenhang mit der Waldinitiative, welche von der SP unterstützt wurde, wurde von der SP und anderen Kreisen kritisch festgehalten, dass die Initiative die Aspekte der Natur im Wald im Vergleich mit den anderen Aspekten eher zu defensiv involviert hat. Im Zusammenhang mit den notwendigen Nachbesserungen (der Kritikpunkte beim Abstimmungskampf) wies man dann vielfach auf eine notwendige 5. Etappe des Naturschutzprogrammes Wald hin. Die SP ist der festen Überzeugung, dass die Bevölkerung zum Wald ein ganz besonderes Verhältnis hat und auch Massnahmen zu Gunsten der Natur bewusst fördern will. In Zusammenhang mit dem Preisdruck, welcher die einzelnen Forstbetriebe beim Holzerlös belastet, gehen wir davon aus, dass sich im Aargau ein Strukturwandel fortsetzt, sich einzelne Forstbetriebe zusammenschliessen und sich auch Ortsbürgergemeinden mit ihrem Waldbesitz anders positionieren müssen. Der lokale Naturschutz im Wald und die Lancierung von entspr. Projekten wird vermehrt durch die kantonale Fachabteilung motiviert/unterstützt/koordiniert werden müssen. Die kantonale Fachstelle bis hin zum einzelnen Waldeigentümer werden mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden (Klimawandel, Baumarten, welche unter Druck kommen, Neobiota-Probleme etc, etc.,). Die Verantwortung des Kantons beim Naturschutz im Wald wird steigen. Die SP erachtet ein selbstbewusstes und ambitioniertes Naturschutzprogramm Wald als notwendig und verlangt dafür auch die entsprechend notwendigen Mittel – zu Gunsten des „Waldkantons Aargau“.  

  • Die SP befürwortet das Naturschutzprogramm Wald mit dem Antrag für den Verpflichtungskredit fünfte Etappe (2020–2025) aber verlangt die Beachtung Ergänzungen und  Anmerkungen:

Der Mittelbedarf 2020-2025 für die Erreichung der angepassten Zielsetzungen wurde mit 8.79 Mio Fr. (brutto) angegeben. Es fragt sich, ob die angepasste Zielsetzung genügend ist. Die SP schlägt vor, die Zielsetzungen bei folgenden Themen/Kategorien zu überprüfen und zu erweitern und die notwendigen Mittel anzupassen:

  • Nutzungsverzicht (Naturwaldreservate und Altholzinsel): In der aktuellen Phase ist der Holzerlös so gering, dass durch eine Erweiterung des Nutzungsverzichtes einerseits der Forst eine gute/einfache Finanzierung (ohne Personalkosten) erhält und die Natur gleichzeitig profitieren kann. Der mögliche Holzerlös fällt so nicht weg, sondern kann hoffentlich in ein „bessere Zeit“ transferiert werden – in dieser Zeit hat das Holz noch an Volumen zugelegt.
    Antrag: Zielsetzung/und Finanzierung Nutzungsverzicht (Naturwaldreservate und Altholzinsel) ist zu erhöhen; ebenso die Förderung von Biotopbäumen.
    • Die Zielsetzung Aufwertung der Waldränder sollte ebenfalls erweitert werden – insbesondere fällt auf, dass trotz der guten Ansätze es an Umsetzung noch mangelt.
      Antrag: Zielsetzung/und Finanzierung Waldränder überprüfen/anpassen, um eine bessere Umsetzung der Ziele zu erreichen.
  • Der Kernpunkt der 5. Etappe, eine zunehmende Vernetzung der Flächen zu erreichen, sollte prominent und auf dem ganzen Kantonsgebiet umgesetzt werden. Die vorbildliche Strategie des Naturschutzprogramms beruht bekanntlich „auf Freiwilligkeit“. Gerade um eine gute Vernetzung im Wald erreichen zu können, braucht es je nach Forstbetrieb eine Überzeugung, eine Förderung und eine Unterstützung, mit dem Ziel, dass umsetzungswürdige Projekte erarbeitet werden. Dieser Prozess ist anspruchsvoll und braucht notwenige Ressourcen in der begleitenden Fachabteilung. Dies ist auch hinsichtlich AFP zu bedenken.
    Ein gutes Programm braucht auch die notwendige „Umsetzungsenergie“. Bei zunehmender Überbauung/Versiegelung des Aargauer Bodens kommt dem Wald für die Vernetzung von Lebensräumen besondere Bedeutung zu – nicht nur für das Wild, sondern auch für Kleinsäuger (Wiesel und co.) oder für bedrohte Amphibien und Reptilien – für die Biodiversität gesamthaft.
    Antrag: Die Projektkosten für dieses wichtige Element des Programms sind kritisch zu überprüfen und entsprechend anzupassen.
  • Generell: Überprüfung der notwendigen Ressourcen der Fachabteilung und die Zielsetzung zu erreichen und die Forstbetriebe mit notwendigem Support/Motivation unterstützen zu können.
  • Der steigenden Problematik von invasiven Organismen (Neobiota) oder auch Krankheitsbefall im Wald ist Rechnung zu tragen. Entweder sind diese Elemente im Naturschutzprogramm Wald zu berücksichtigen oder die Neobiota-Strategie ist mit entsprechenden Massnahmen/Kosten (endlich) umzusetzen. Es darf nicht sein, dass einerseits gute Naturschutz-Projekte mit Mittel gefördert werden, deren Erfolg für die Biodiversität aber durch einen Störfaktor dann wieder geschmälert wird.
    Antrag: Umsetzung Neobiota Strategie hinsichtlich Naturschutz Wald (und generell) endlich angehen.-
  • Steigende Problematik Klimawandel, Erwärmung:
    Antrag: Dem Aspekt Klimawandel/ Erwärmung ist im Naturschutzprogramm Rechnung zu tragen; – einerseits hinsichtlich positiver Wirkung gegen den Klimawandel aber andererseits auch hinsichtlich sinnvollem Baumbestand/Förderung Artenvielfalt etc-.
  • Monitoring oder Dauerbeobachtungsprogramme sind soweit einzusetzen, wie sie der Zielerfüllung, der Wirkungskontrolle oder zukünftig notwendigen Weichenstellungen dienen; dies hinsichtlich Biodiversität aber auch hinsichtlich Klimawandel-Einflüsse auf die Beschaffenheit des Waldes.
    Antrag: Monitoringsprogramme zielorientiert einsetzen.

Die SP steht hinter dem Naturschutzprogramm Wald des Kantons. Wir hoffen unsere zusätzlichen Forderungen/Anmerkungen unterstützen Sie bei einer erfolgreichen, guten und, selbstbewussten Einführung der 5. Etappe.

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