Interpellation Simona Brizzi, SP, Ennetbaden, vom 3. März 2020 betreffend digitale Identität und Einführung von Edulog an der Volksschule und auf der Sekundarstufe II im Kanton Aargau

Text und Begründung:
Die Digitalisierung verändert die auf dem Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikationen und Kompe-tenzprofile. Es ist ein zunehmender Bedarf an digitalen Kompetenzen in praktisch allen Bereichen gefragt. Dies stellt die Bildung vor Herausforderungen. Auf allen Ebenen des Bildungssystems müssen die relevanten Kompetenzen vermittelt werden. Dies führt sowohl zu neuen und weiteren Bildungsinhalten als auch zu Veränderungen im Lehren und Lernen.

Am 21. Juni 2018 hat sich die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) auf die Ziele einer nationalen Digitalisierungsstrategie für das Bildungswesen geeinigt. Ein Jahr später hat die EDK in einem Arbeitsplan konkretisiert, mit welchen Massnahmen sie auf der ge-samtschweizerischen Ebene zur Zielerreichung beitragen will. Eine der lancierten Massnahmen ist Edulog. Edulog steht für „Föderation der Identitätsdienste im Bildungsraum Schweiz“ (bisher FIDES). Damit kann man jedem Kind und Jugendlichen eine digitale Identität für die gesamte Ausbildungslaufbahn ermöglichen.

Mit der Föderation werden digitale Identitätslösungen der Kantone im Bildungsbereich auf einer nati-onalen Ebene zusammengeführt. Anbieter von Online-Diensten können sich ebenfalls an diese nati-onale Schnittstelle anschliessen, wobei für alle die gleichen Standards und Regeln gelten. Ziel von Edulog ist es, Lernenden, Lehrpersonen und Mitarbeitenden der Schulverwaltungen der obligatori-schen Schule und der Sekundarstufe II (Berufsfachschulen, Gymnasien und Fachmittelschulen) einen vereinfachten Zugang zu den Online-Diensten für Schule und Unterricht zu ermöglichen. Die Fö-deration schützt persönliche Daten, sichert die digitalen Zugänge und kann Vertrauen für das Lernen im digitalen Kontext schaffen. Edulog wird die Kinder und Jugendlichen während ihrer gesamten Ausbildungszeit auf Stufe Volksschule und Sekundarstufe II begleiten und auch der Übergang zur Tertiärstufe ist sichergestellt.


Im Kanton Aargau sind die Gemeinden verantwortlich für die Beschaffung der Schuleinrichtungen, dazu gehören auch die technische Ausstattung und die Supportleistungen und die Gewährleistung des Datenschutzes. Dies wird in der aktuellen BKS-Handreichung zum Thema Informations- und Kommunikationstechnolologie (ICT) an der Volksschule vom 23. September 2019 beschrieben. Zum Umgang mit Personendaten an öffentlichen Schulen gibt es im kantonalen Leitfaden noch keine de-taillierten Informationen (in Vorbereitung).
Zudem muss jede Schule für jedes Gerät verschiedene Zertifikate lösen und sich bei jedem Online-dienst separat anmelden und dabei teilweise problematische, personenbezogene Daten angeben. Lehrpersonen und auch Schülerinnen und Schüler haben so schnell ein halbes Dutzend Benutzernamen und Passwörter.
Bei Edulog erfolgt die Anmeldungen zentral mit einem einzigen Log-in für alle Online-Plattformen. Auftraggeber der Föderation ist die EDK. Die Kantone finanzieren die zentrale Infrastruktur gemein-sam. Die im Bereich ICT und Bildung tätige Fachagentur educa.ch wirkt als Geschäftsstelle von Edu-log. Zum Start des umfangreichen Projekts im August 2020 sind vorerst sechs Kantone mit ausgewählten Schulstufen beteiligt: Zug, Glarus, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Wallis und Freiburg. Die einzelnen Kantone legen fest, ob und wann sie sich Edulog anschliessen.

Fragen:
Welche Standards für die digitale Identität gelten heute auf kantonaler Ebene?
Welche Vor- und Nachteile erkennt das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) in der Mass-nahme Edulog? Welche Schlussfolgerungen zieht das BKS für die verschiedenen Schulstufen im Kanton Aargau?
Welche finanziellen Konsequenzen hätte die Einführung von Edulog auf der Ebene Kanton? Welche finanziellen Konsequenzen hätte die Einführung von Edulog auf der Ebene Gemeinde?
Wäre die Einführung von Edulog ohne rechtliche Anpassungen möglich?

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