Interpellation Colette Basler, SP, Zeihen (Sprecherin), und Elisabeth Burgener, SP, Gipf-Oberfrick, vom 15. September 2020 betreffend öffentlichen Verkehr in den Randregionen, am Beispiel des oberen Fricktals

Text und Begründung:

Mit den zusätzlichen SBB-Schnellzughalten wird das Problem in den Tälern leider nicht gelöst, im Gegenteil. Auch das obere Fricktal ist davon betroffen, unter anderem das Benken- und das StaffeleggtaI.

Es stellen sich insbesondere zwei Herausforderungen:

  • In Gemeinden der Randregionen ist es schwierig abends, resp. in der Nacht mit öffentlichen Verkehrsmitteln nachhause zu kommen, ist doch die letzte direkte Verbindung von Aarau nach Zeihen um 19h36. Gerade für Jugendliche – von denen erwartet wird, dass sie keinen Alkohol kon- sumieren, wenn sie Auto fahren – ist dies eine schwierige Situation.
  • Die Schüler/innenbusse sind während der Stosszeiten übervoll, was dazu führt, dass Pendlerinnen und Pendler wieder aufs Auto umsteigen, weil in den Bussen zu wenig Platz ist. Wir laden den Regierungsrat deshalb ein, uns folgende Fragen zum Thema öffentlicher Verkehr in den Randregionen, am Beispiel des oberen Fricktals, zu beantworten: Fragen:
  1. Welche Möglichkeiten haben Menschen, die in Randregionen wohnen, wenn sie abendliche Ter- mine wahrnehmen und aufs Auto verzichten wollen? Wie kommen Jugendliche vom Ausgang nach Hause, wenn es keine ÖV-Verbindung mehr gibt?
  2. Teilt der Regierungsrat die Meinung, dass Nachtbusse nicht rentabel sein müssen, sondern dass sie zum Service Public gehören und zur Attraktivitätssteigerung der kleinen Gemeinden führen?
  3. Wie stellt sich der Regierungsrat zum Thema Entlastung des Individualverkehrs mit Ortsbussen? Gibt es eine finanzielle Unterstützung des Kantons, wenn das Projekt nicht selbsttragend ist? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, wie sieht diese aus?
  4. Wir bitten den Regierungsrat aufzuzeigen, wie die Zuständigkeiten für Ortsbusse aussehen? a) Was liegt in der Kompetenz des Bundes?
    b) Was liegt in der Kompetenz der Kantone?
    c) Was liegt in der Kompetenz der Gemeinden?
  5. Wie stellt sich der Regierungsrat zur Problematik der überfüllten Schüler/innenkurse, welche unter anderem auch für ältere und gebrechliche Menschen unhaltbar sind?
  6. Wie stellt sich der Regierungsrat zur Thematik der Zunahme der älteren Bevölkerungsgruppe? Müsste das ÖV-Angebot am Abend nicht erweitert werden, wenn die demographischen Veränderungen der Gesellschaft betrachtet wird?
  7. Wie steht es um die Anschlusssicherheit Bus – Bahn in Brugg, Aarau und Frick? Aus der Bevöl- kerung werden vermehrt Klagen über verpasste Busse, respektive Zugverbindungen laut. Es scheint, dass der Fahrplan, insbesondere auf der Staffelegg- und der Bözberglinie sehr eng gestaltet ist.

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