Offener Brief der SP Aargau: Es braucht flächendeckendes systematisches Testen sowie CO2-Messgeräte und Luftfilter an allen Aargauer Schulen

Sehr geehrter Herr Regierungsrat Gallati

Sehr geehrter Herr Regierungsrat Hürzeler

Im vergangenen Schuljahr waren Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Schulleitungen, Eltern und viele andere Personen aus dem Schulfeld aufgrund der Corona-Pandemie stark gefordert. Dank dem grossen Einsatz aller Beteiligten konnten die Schulen offenbleiben. Auch für das aktuelle Schuljahr muss das oberste Ziel sein, Schulschliessungen zu verhindern und den Kindern und Jugendlichen einen sicheren Präsenzunterricht zu gewährleisten. Es gilt, die nötigen Massnahmen zu ergreifen, um die Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen vor Ansteckungen zu schützen und (Long)-Covid-Fälle zu verhindern.

Noch ist unklar, wie sich die Corona-Situation entwickeln wird. Abstand, Verhaltensregeln und Hygienemassnahmen bleiben wichtig. Die SP begrüsst, dass ab nächster Woche wieder Massentests an Aargauer Schulen durchgeführt werden können und die Modalitäten so geändert wurden, dass die Tests für die Schulen unkompliziert und ohne Mehraufwand für Lehrpersonen und Schulleitungen durchführbar sind. Die SP fordert aber, dass solche systematischen Tests flächendeckend an allen Aargauer Schulen eingeführt werden. Mit dieser Massnahme können Coronafälle frühzeitig erkannt und Infektionsketten unterbrochen werden.

Ebenfalls unterstützt die SP das geplante niederschwellige, freiwillige Impfangebot für Schülerinnen und Schüler an kantonalen Mittelschulen, Berufsfachschulen und an der Volksschule. Wer will, soll sich möglichst einfach und vor Ort impfen lassen können. 

Neben diesen wichtigen Massnahmen, um einen sicheren Schulbetrieb für alle Schülerinnen und Schüler aufrechterhalten zu können, braucht es aber mehr: Die SP fordert zusätzliche Vorgaben betreffend Luftqualität sowie CO2-Messgeräte und Luftfilter für alle Schulen im Kanton Aargau.

Die Luftqualität ist seit Ausbruch des Corona-Virus ein wichtiges Thema.  da sich das Virus über Aerosole verbreiten kann. In geschlossenen Räumen ist die Gefahr besonders gross, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Regelmässiges Lüften kann vor Infektionen schützen. Je mehr Frischluft, desto weniger ausgeatmete Luft mit möglichen Viren im Raum. CO2-Messgeräte liefern mit der Messung des ausgeatmeten CO2 einen Anhaltspunkt, wie gut ein Schulzimmer gelüftet ist. In manchen Schulhäusern können die Fenster allerdings nur gekippt oder gar nicht geöffnet werden. Dort sollen mobile Luftfilter, die die Luft vor Viren und anderen Schadstoffen reinigen, zum Einsatz kommen. 

Diese Anschaffungen sind auch für die Zeit nach der Corona-Pandemie sinnvoll, denn gute Luft in den Schulzimmern ist wichtig für die Konzentrationsfähigkeit und Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler und der Lehrpersonen. Studien belegen, dass durch dichte Belegung der Schulräume und die zunehmende Verbesserung der Wärmedämmung die Luftqualität massiv schlechter werden kann. Vor zwei Jahren ergab eine Studie des BAG, dass die Luftqualität in zwei von drei Schulzimmern ungenügend ist.

Wir bitten Sie, sehr geehrte Herren Regierungsräte, gemeinsam mit Ihren Departementen Vorgaben und Empfehlungen z. H. der Gemeinden auszuarbeiten und bei den kantonalen Schulen selbst Massnahmen zu ergreifen, damit zeitnah die Luftqualität in den Aargauer Schulzimmern verbessert werden kann.

Mit freundlichen Grüssen

Sozialdemokratische Partei

Kanton Aargau

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