Die SP Aargau erwartet klimapolitische Verantwortung

Der Gemeinderat Döttingen beantragt auf Wunsch der Refuna AG und der Axpo Power AG die Verankerung des Vorhabens «Holzheizwerk Döttingen» im kantonalen Richtplan. Die SP Aargau unterstützt grundsätzlich diesen Plan. Die Betreiberinnen müssen aber ihre klimapolitische Verantwortung ernst nehmen: nur mit einem Holzheiz-Kraftwerk, das Strom, Gas und Wärme liefert, leisten sie einen relevanten Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz.

Das AKW Beznau heizt die Räume von rund 2600 Wohnungen und Betriebe in 12 Gemeinden. Mit der geplanten Abschaltung des AKWs muss diese Wärmequelle durch eine klimaneutrale Fernwärme-Zentrale ersetzt werden. Diese muss jährlich rund 200 GWh Wärme liefern, vor allem im Winterhalbjahr. Die Refuna AG plant darum zusammen mit der Axpo Power AG ein Holzheizwerk, das in Zukunft die Wärme für das bestehende Fernwärmenetz liefern soll.

Die SP Aargau unterstützt diese Pläne und stimmt dem beantragten Richtplaneintrag in der bestehenden Arbeitszone in Döttingen als Standort für Holzenergie aber nur dann zu, wenn kein Holzheizsystem sondern ein Holzheiz-Kraftwerk realisiert wird. «Wir erwarten, dass die Betreiber sich der klimapolitischen Verantwortung bewusst sind und Holz nicht nur als Wärme-Rohstoff verwenden.» erläutert Gabi Lauper, Grossrätin der SP Aargau. «Es muss eine moderne und klimapolitisch viel effizientere Technologie eingesetzt werden, um mit dem gut speicherbaren Rohstoff Holz im Winterhalbjahr Strom, Gas, Wärme und Pflanzenkohle zu produzieren.» ergänzt sie weiter.

Ein Holzheiz-Kraftwerk kann, zusammen mit einer Pyrolyse-Stufe, neben 200 GWh Wärme auch den gefragten Winterstrom (110 GWH) erzeugen. Dies entspricht der Jahresproduktion des Kraftwerks Aarau. Zudem fallen dank der Pyrolyse der 28’000 t Holz rund 5’000 t Pflanzenkohle an. Damit kann das Holzheiz-Kraftwerk vier klimapolitisch wichtige Ziele erreichen:

  • Das bestehende Fernwärmenetz weiter nutzen – ohne Atomabfälle und ohne Treibhausgase
  • die Winterstromlücke im Aargau substanziell reduzieren – dank der Stromproduktion
  • die CO2-Emission, die aus einem Holzheizwerk entweichen, massiv reduzieren
  • Und dafür Kohlenstoff als wertvolle Pflanzenkohle der Landwirtschaft als Bodenverbesserung zuführen und zugleich eine namhafte CO2-Senkung realisieren

Die SP Aargau ist überzeugt, dass die Refuna AG zusammen mit der Axpo Power AG die Gelegenheit nutzen kann, um mit dieser Ablösung der Atomenergie ein Vorzeigeobjekt zu realisieren. Dabei bedarf es die intelligente Verknüpfung der Wärme aus der KVA Turgi, der Wärme aus der Aare, mit Hilfe von Wärmepumpen, und vor allem dem Betrieb des neuen Holzheiz-Kraftwerks nur im Winterhalbjahr. Dies wird den Ruf des Aargaus als Zentrum der neuen nachhaltigen Energietechnologien stärken.

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