Resolution Kultur stärken – Zukunft gestalten

Die SP Aargau bekennt sich zu einer starken und vielfältigen Kulturlandschaft im Kanton Aargau. Kultur ist kein Luxus und keine Nebensache. Sie ist eine zentrale Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Debatten und Innovation.


Internationale wirtschaftspolitische Forschung zeigt, dass Kultur nicht einfach ein Wirtschaftssektor unter vielen ist. Sie prägt Kreativität, Identität und die Fähigkeit einer Gesellschaft, neue Perspektiven zu entwickeln. Der Entwicklungsökonom Celso Furtado formulierte es so: «Kultur ist kein Sektor der Entwicklung. Sie ist die Grundlage der Entwicklung.»


Kultur ist kein Luxusgut, sondern ein grundlegender Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sie schafft Identität, fördert den Dialog zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und ermöglicht Teilhabe für alle, unabhängig von Herkunft oder Einkommen. Gerade im Aargau ist Kultur als Volksgut tief verwurzelt: Vereine, Traditionen, lokale Veranstaltungen und künstlerische Initiativen prägen das Leben vor Ort und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Kürzungen im Kulturbereich treffen daher nicht nur einzelne Institutionen, sondern die breite Bevölkerung. Sie gefährden den Zugang zu Bildung, Ausdruck und Begegnung und schwächen langfristig die soziale und demokratische Substanz der Gesellschaft. Wer bei der Kultur spart, spart an der Lebensqualität und am Zusammenhalt – und das kann sich eine vielfältige Gesellschaft nicht leisten. Gerade deshalb ist es problematisch, wenn Kulturförderung zunehmend unter finanzpolitischen Druck gerät. Im Kanton Aargau wurden zuletzt vorgesehene Mittel für das Aargauer Kuratorium nicht erhöht, obwohl die kulturellen Anforderungen steigen und der Kultursektor chronisch unterfinanziert ist. Gleichzeitig stehen weitere Umverteilungen zur Diskussion im Grossen Rat, die der Kultur zusätzliche Mittel entziehen könnten. Diese Entwicklung gefährdet eine vielfältige Kulturlandschaft, die von professionellen Institutionen ebenso getragen wird wie von der breiten Laienkultur: Chöre, Blasmusiken, Orchester, Theatergruppen, Festivals und zahlreiche lokale Veranstaltungsorte prägen das kulturelle Leben im ganzen Kanton.

Die SP Aargau hält fest:
• Kultur ist grundlegender Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts
• Sie stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Debatten und regionale Identität
• Die Freiheit der Kunst ist unverzichtbar und unverhandelbar
• Kultur darf nicht politischen Wertvorstellungen untergeordnet werden
• Kulturarbeit ist Arbeit
• Kulturschaffende verdienen faire Arbeitsbedingungen und angemessene Entlöhnung
• Laienkultur und professionelle Kultur gehören zusammen. Beide sind unverzichtbare Bestandteile der kulturellen Vielfalt im Aargau
• Kulturförderung ist eine Investition in die Zukunft
• Sie stärkt Innovation, Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Entwicklung


Die SP Aargau fordert deshalb,:
• …dass der Kanton eine verlässliche, breite, ausreichende und transparente Kulturförderung im kantonalen Budget vorsieht
• …dass der Kanton sich an die gewerkschaftlichen Vorgaben hält, und ‘fair pay’ anstrebt
• …dass das Kuratorium ohne politischen Druck und ohne Vorgaben von politischen Agenden arbeiten kann
• …dass die Kultur beim Verteilschlüssel des Swisslosfondsgeldes ihren Anteil behält
• …dass der interkantonale Kulturlastenausgleich neu verhandelt wird in einem Sinn, welcher die Kultur im Kanton stärkt, aber auch schweizweite Leuchttürme weiterhin unterstützt
• …dass die kulturpolitische Strategie berücksichtigt, dass Kultur als gesellschaftliche Grundlage zu verstehen ist

Der Kanton Aargau muss ein Kulturkanton bleiben. Kultur ist nicht verzichtbar – sie ist das Fundament unserer demokratischen Gesellschaft.

Beantragt durch die Geschäftsleitung der SP Kanton Aargau sowie folgende Mitunterzeichnende: Martin Brügger, Alain Burger, Lelia Hunziker, Denise Widmer, Colette Basler und Beatrice Taubert-Baldinger.

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