Aarau, 4. Juni 2026 – Der Grosse Rat hat am Dienstag eine Motion abgelehnt, die Kunst am Bau im Tätigkeitsbereich Tiefbau abschaffen wollte. Für die SP Aargau ist dies ein wichtiger Richtungsentscheid. Er stellt klar: Kultur ist ein unverzichtbarer Teil unseres öffentlichen Lebens, unserer gebauten Umwelt und unserer demokratischen Gesellschaft.
Die Motion wollte Kunst im öffentlichen Raum bei Tiefbauprojekten generell ausschliessen. Damit wäre nicht einfach irgendwo gespart worden – es wäre ein kulturpolitisches Signal der Geringschätzung gewesen. Denn auch Brücken, Plätze und Strassenräume prägen unseren Alltag und das Bild unseres Kantons. Kunst am Bau macht diese Orte lebendig und verleiht ihnen Identität.
Die SP Aargau stellte sich deshalb klar gegen die Motion. Co-Fraktionspräsident Alain Burger kritisierte in seinem Votum, das der Kulturkanton Aargau von SVP, EDU und Teilen der FDP Schritt für Schritt abgerissen wird. Er verwies auf die Kürzungen bei Kunst am Bau an der neuen Kantonsschule Stein und auf den vollständigen Verzicht auf Kunst am Bau beim Integrationszentrum in Aarau.
Alain Burger, Co-Fraktionspräsident und Grossrat SP, sagt: «Kunst im Hoch- und Tiefbau sorgt dafür, dass unsere öffentlichen Räume nicht nur funktional sind, sondern auch Identität, Qualität und kulturellen Ausdruck erhalten. Wenn wir darauf verzichten, ist der Reputationsverlust für den Kulturkanton Aargau erheblich. Die SP ergreift Partei für Kunst und Kultur – und stellt sich klar gegen diese Motion.»
Für die SP Aargau steht diese Debatte nicht isoliert da. Am Parteitag Ende April hat die Partei eine Resolution zur Kulturpolitik verabschiedet. Darin bekennt sie sich zu einer starken, vielfältigen und verlässlich finanzierten Kulturlandschaft im Kanton Aargau. Kultur ist für die SP kein Luxus und keine Nebensache. Sie stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Debatten, Bildung, Innovation und regionale Identität.
Mia Jenni, Co-Fraktionspräsidentin und Mitinitiantin der kulturpolitischen Resolution der SP Aargau, sagt: «Die gestrige Ablehnung ist ein wichtiger Etappensieg. Aber sie zeigt auch, wie nötig eine starke kulturpolitische Haltung ist. Kulturarbeit ist Arbeit, Kulturförderung ist eine Investition in die Zukunft, und die Freiheit der Kunst darf nicht zum Spielball kurzfristiger Abbau- oder Symbolpolitik werden.»
Trotz Ablehnung der Motion bleibt der kulturpolitische Druck im Grossen Rat hoch. Bereits fordern Vertreter von SVP, FDP und Mitte, Swisslos-Gelder zulasten der Kultur umzuschichten.
Für die SP Aargau ist klar: Kultur darf nicht zum Sparposten werden. Sie wird sich weiterhin für eine starke, vielfältige und verlässlich finanzierte Kulturlandschaft einsetzen. Denn Kultur schafft Identität, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und macht den Aargau zu einem lebenswerten Kanton.

