Kein Kahlschlag bei der SRG – für starke Medien, unabhängige Informationen, und mediale Sprach- und Inhaltsvielfalt

Gemeinsame Medienmitteilung von die Mitte Aargau, Grünliberale Aargau, SP Aargau, Grüne Aargau, EVP Aargau, Visarte Aargau, Aargauischer Kulturverband, Kanal K, Pro Argovia, t. Aargau, Kulturaktiv Baden und ArbeitAargau zur SRG-Initiative.

Eine breite Koalition aus Aargauer Parteien, Interessensverbänden und Organisationen stellt sich gegen die SRG-Initiative. Das kantonale Nein-Komitee ist überzeugt, dass eine Annahme zur Schwächung der Schweizer Medienlandschaft führen, deren Vielfalt reduzieren und sich nachteilig auf Informationssicherheit, Sprachvielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt der Schweiz auswirken würde. Deshalb ruft das Komitee die Bevölkerung zu einem Nein zur zerstörerischen SRG-Initiative am 8. März 2026 auf.

Am 8. März 2026 stimmt das Schweizer Stimmvolk über die SRG-Initiative ab, welche für Haushalte eine Reduktion der Radio- und Fernsehabgabe von CHF 335 auf CHF 200 pro Jahr fordert und Unternehmen komplett von der Abgabepflicht befreien will. Im Aargau hat sich ein Komitee aus kantonalen Parteien, Interessensverbänden und Organisationen gebildet, die sich für ein Nein zur SRG-Initiative stark machen.
Das Komitee warnt vor den drastischen Folgen einer Annahme der Initiative – für den medialen Service public der SRG sowie für die Schweizer Demokratie. Die SRG ist heute eine zentrale Institution, die den föderalen, vielschichtigen Charakter der Schweiz widerspiegelt und zum Zusammenhalt der verschiedenen Landesteile beiträgt. Bei Annahme der Initiative würde das Budget der SRG halbiert, was drastische Folgen für das aus allen Landesteilen viersprachig produzierte Angebot des Medienunternehmens hätte. Christian Minder, Co-Präsident EVP Aargau, stellt dazu fest: «Eine starke SRG ist zentral für Zusammenhalt, Demokratie, Kultur und die vier Landessprachen. Bei noch weiter sinkenden Einnahmen wäre die dezentrale Struktur gefährdet – zulasten von Föderalismus und Publikumsnähe.»

Für viele Menschen stellt der mediale Service public der SRG einen wichtigen Zugang zu verlässlichen, geprüften Informationen und zu Berichterstattung über Politik, Sport und Kultur aus dem In- und Ausland dar. Durch den drohenden, drastischen Abbau des Angebots der SRG würden Menschen diesen Zugang verlieren, was die differenzierte Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger schwächen und die Demokratie gefährden würde. Desinformation wäre Tür und Tor geöffnet. Philippe Kühni, Präsident GLP Aargau, kommentiert: «Die SRG ist in der viersprachigen Schweiz besonders wichtig für den Zusammenhalt unserer Bevölkerung. Gerade in Zeiten von Desinformation und Propaganda ist eine verlässliche, neutrale Informationsquelle wie die SRG überlebenswichtig.» Ähnlich sieht es Irène Kälin, Nationalrätin und Präsidentin Grüne Aargau: «Die Halbierungsinitiative ist für die Grünen keine harmlose Sparmassnahme, sondern bedroht diesen Service public und schwächt unser Land, unseren Zusammenhalt und die Meinungsbildung.»

Die Reduktion der Abgaben würde die SRG zwingen, ihr Programm massiv einzuschränken und zudem das regionale Angebot auszudünnen oder ganz zu streichen. Weniger Berichterstattung über regionale Themen ausserhalb der Ballungszentren und aus allen vier Landesteilen, welche die verschiedenen Facetten unseres Landes widerspiegeln, wären die Folge. «Gerade die Stärke des Service Public, die de-zentrale Infrastruktur, würde mit der Initiative abgeschafft und damit ebenso viele Arbeitsplätze», erwähnt Maya Bally, Nationalrätin die Mitte, und ergänzt: «Ebenso würden Sport und Kultur auf der Strecke bleiben und die Qualität der öffentlichen Debatte leiden.» Von der Ausdünnung der regionalen Abdeckung und dem Stellenabbau wäre der Aargau direkt betroffen.


Neben den Stellenverlusten bei der SRG drohen auch weitergehende wirtschaftliche Folgen, die die gesamte Medienbranche betreffen würden. Silvia Dell’Aquila, Vize-Präsidentin ArbeitAargau und Zentralsekretärin der Mediengewerkschaft SSM, hält fest: «Die Initiative gefährdet tausende Arbeitsplätze in der Medienbranche, der audiovisuellen Industrie, der Kultur und vielen Dienstleistungsbereichen und damit auch ein Stück Schweizer Identität. Ein solcher Kahlschlag schwächt auch den Wirtschaftsstandort Schweiz und vernichtet unwiederbringliches Know-how.»


Neben Schwächung der Demokratie und massivem Stellenabbau würde die Initiative zu merklich weniger Angeboten in den Bereichen Sport und Kultur führen. Elisabeth Burgener, Stiftungsrätin Pro Argovia und Vorstandsmitglied Aargauischer Kulturverband, sagt dazu: «Kultur braucht Sichtbarkeit. Die SRG ermöglicht, dass kulturelle Arbeit wahrgenommen, eingeordnet und diskutiert wird und leistet da-mit einen unverzichtbaren Beitrag. Denn: Kultur ist Gesellschaft und lebt vom Dialog.» Nicht nur im nationalen Kontext ist diese Vielfalt wichtig, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus. Durch eine Ausdünnung des Angebots der SRG würde das sportliche und kulturelle Ansehen der Schweiz auch international leiden. Susanna Perin, Geschäftsleiterin Visarte Aargau und Vorstandsmitglied Aargauischer Kulturverband, ergänzt: «Die Schweizer Kultur braucht eine gute Berichterstattung in allen Regionen wie auf internationaler Ebene. Zudem arbeitet die SRG mit den Bereichen Film, Musik und Literatur zusammen. Ohne ihre Unterstützung wären viele Projekte kaum umsetzbar.»


Das Argument der Befürworter:innen, dass bei einer Annahme private Medienhäuser die Aufgaben der SRG übernehmen würden, lässt das Komitee nicht gelten. Jürg Morgenegg, Geschäftsführer des unabhängigen Radios Kanal K, ist sich sicher: «Bei einer Annahme der Initiative würden der Medienbranche ohne Not massive finanzielle Mittel entzogen, die sich auf keinem anderen Weg wieder einholen liessen. Weder für die öffentlichen noch für die privaten Medien.» Das Ergebnis wäre eine qualitativ und finanziell ärmere Medienlandschaft mit weniger Vielfalt. Gleichzeitig würden Tech-Giganten immer mehr Kontrolle über die Berichterstattung in unserem Land auf sich konzentrieren können. Diese gefährliche Tendenz zeichnet sich schon heute ab, und eine Annahme der SRG-Initiative würde diese Entwicklung nur noch beschleunigen. Lucia Engeli, Co-Präsidentin SP Aargau, sagt darum auch deutlich: «Diese Initiative ist ein Frontalangriff auf die fundierte und sorgfältig recherchierte Berichterstattung. Wer die SRG schwächt, stärkt jene, die bereits heute übermächtige mediale Kontrolle besitzen.»

Das Komitee ruft alle Aargauer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger deshalb dazu auf, am 8. März ein Nein zur SRG-Initiative in die Urne zu legen

Ansprechpartner:innen zu diesem Thema

Lucia Engeli

Lucia Engeli

Co-Präsidentin und Grossrätin

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