Im Gegensatz zu SVP und FDP, die die gestiegenen Kosten der neuen Kantonsschulen im Fricktal und in Wohlen kritisieren, zeigt sich die SP Aargau nicht überrascht. Die ursprünglichen Planungen stammen aus dem Jahr 2019 – also noch vor Pandemie, Energiekrise und massiv gestiegenen Baukosten. Das eigentliche Problem ist, dass der Kanton wichtige Investitionen jahrelang hinausgeschoben hat. Wer zu spät baut, baut am Ende teurer.
Beim Planungsbericht 2019 rechnete der Kanton bei den neuen Kantonsschulen mit deutlich tieferen Kosten. Heute ist klar: Diese Schätzungen lassen sich nicht mehr einhalten. Für die SP ist das wenig erstaunlich: «Die ursprünglichen Planungen stammen aus einer Zeit vor Pandemie, Energiekrise und Materialteuerung. Dass man heute nicht mehr zu denselben Preisen bauen kann, ist logisch», meint Selena Rhinisperger, SP-Grossrätin aus Baden.
Kantonsschulen seien zudem keine einfachen Bürogebäude, sondern Orte, die täglich von Hunderten Jugendlichen genutzt werden und über Jahrzehnte funktionieren müssen. Wer heute bei der Qualität kürzt, bezahlt später mit teuren Sanierungen und Provisorien doppelt.
Sparpakete der 2010er-Jahre holen den Aargau ein
Es ist immer dasselbe: Die bürgerliche Mehrheit senkt zuerst die Steuern und verschiebt danach wichtige Investitionen in Schulen und Infrastruktur. Wenn später doch gebaut werden muss und die Kosten gestiegen sind, empören sich SVP und FDP genau darüber.
Die SP Aargau kritisiert diese kurzfristige Kürzungspolitik. Bereits während der Haushaltssanierung in den 2010er-Jahren wurden notwendige Investitionen in Schulbauten aufgeschoben. Heute muss vieles gleichzeitig nachgeholt werden – und das zu höheren Preisen. «Die Sparpakete der 2010er-Jahre holen den Aargau jetzt ein. Wer Investitionen jahrelang aufschiebt, bezahlt am Ende doppelt.», betont Alain Burger, SP-Grossrat aus Wettingen.
Für die SP Aargau ist klar: Gute Schulen sind kein Luxus, sondern ein wichtiger Standortvorteil für den Kanton Aargau. Die bürgerliche Steuerpolitik geht nicht auf, da dadurch bei der Qualität gekürzt wird und nötige Investitionen vernachlässigt werden. Dann darf man sich nicht wundern, wenn später bei Bildung und Infrastruktur die Rechnung präsentiert wird.

