Postulat der SP-Fraktion (Sprecher Alain Burger, Wettingen) vom 17. Juni 2025 betreffend Bericht zu den Ergebnissen der ÜGK 2023

Text: 
Der Regierungsrat wird gebeten, in einem Bericht darzulegen, weshalb Aargauer Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen in Deutsch und Französisch in der nationalen Erhebung (ÜGK 2023) teils deutlich nicht erreichen. Der Bericht soll neben einer fundierten und kontextdifferenzierten Analyse aufzeigen, mit welchen kurz- und mittelfristigen Massnahmen die Sprachkompetenzen nachhaltig verbessert werden können.

Begründung:
Die Ergebnisse der nationalen Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK 2023), welche von der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) vorgestellt wurden, sind für den Kanton Aargau in zentralen Bereichen ernüchternd. Während die Gesamtleistungen im kantonalen Durchschnitt keine signifikanten Abweichungen im Vergleich zu den anderen deutschsprachigen Kantonen zeigen, offenbaren sich bei genauerer Betrachtung grosse Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Leistungszügen – insbesondere an der Realschule. Besorgniserregend ist insbesondere, dass 40 bis 50 Prozent der Realschülerinnen und -schüler die Grundkompetenzen in Deutsch (Orthografie und Lesen) nicht erreichen. Noch deutlicher fallen die Defizite im Fach Französisch aus: Nur 11 Prozent (Hören) bzw. 7 Prozent (Lesen) der Realschülerinnen und -schüler erreichen die geforderten Mindeststandards, obwohl über 500 Lektionen Französischunterricht absolviert wurden. Auch an der Bezirksschule liegen die Resultate deutlich unter dem interkantonalen Schnitt. Diese Resultate werfen grundlegende Fragen zur Wirksamkeit des heutigen Sprachunterrichts und zur allgemeinen Chancengerechtigkeit im Bildungssystem auf. Sprachkompetenzen – insbesondere in der Schulsprache – sind für den Schulerfolg sowie die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe zentral. Es braucht eine vertiefte und kontextdifferenzierte Analyse der Ursachen sowie konkrete, wirkungsorientierte Massnahmen zur Verbesserung des Sprachunterrichts – sowohl im Bereich Deutsch als auch der Fremdsprachen. Bei Massnahmen, die einzelne Schultypen der Oberstufe betreffen, ist sicherzustellen, dass die Durchlässigkeit innerhalb der drei Schultypen langfristig gewährleistet bleibt, insbesondere im Hinblick darauf, dass die schulischen Weichenstellungen in einzelne Anforderungsprofile keine ungewollten Bildungsbarrieren für einen späteren Übertritt in einen anderen Schultyp schaffen.

 

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