Text:
Der Regierungsrat wird beauftragt, sicherzustellen, dass die Psychiatrischen Dienste Aargau AG
(PDAG) die Todesfallstatistik künftig differenzierter führt und veröffentlicht. Die Statistik soll Todesfälle in Zusammenhang mit einer Behandlung in der PDAG in folgenden Kategorien ausweisen:
1. Todesfälle innerhalb der Institution: während eines stationären Aufenthalts in einer Einrichtung
der PDAG.
2. Todesfälle im Kantonsspital nach einem medizinischen Notfall: im Kantonsspital Baden oder einem anderen Spital, ausgelöst durch einen medizinischen Notfall während eines stationären oder
ambulanten Aufenthalts in der PDAG.
3. Todesfälle während einer ambulanten Behandlung: bei Personen, die zum Zeitpunkt des Todes in
ambulanter Behandlung bei der PDAG standen, sofern ein räumlicher, sachlicher und zeitlicher
Zusammenhang zur Behandlung besteht.
Begründung:
Die aktuelle Todesfallstatistik der PDAG weist lediglich Todesfälle aus, die innerhalb der Institution
eintreten. Damit bleibt ein grosser Teil der Fälle unsichtbar, bei denen Patientinnen und Patienten
kurz nach einem stationären oder ambulanten Aufenthalt oder auch nach einem Gespräch versterben.
So erscheinen beispielsweise Personen, die nach einem Suizidversuch oder einer fehlerhaften Medikamentierung im Kantonsspital versterben, ausschliesslich in der Statistik des Spitals – nicht aber in
jener der PDAG, obwohl der ursächliche Zusammenhang zur psychiatrischen Behandlung offensichtlich sein kann. Ebenso fehlen Personen, die kurz nach einer Entlassung oder während oder nach einer ambulanten Behandlung oder nach einem Gespräch durch Suizid versterben.
Diese Lücken führen zu einem verzerrten Bild der tatsächlichen Situation und erschweren eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit psychiatrischer Behandlungen.
Eine differenzierte Erfassung aller Todesfälle im Zusammenhang mit einer PDAG-Behandlung ist daher unabdingbar, um Transparenz zu schaffen, die Qualitätssicherung zu stärken und künftige Risiken besser zu erkennen und zu verhindern.