Von Ariane Le Vaillant und Hermann Meier, SP Entfelden
Bis 2021 engagierten wir uns sehr für die Trinkwasserinitiative, da sauberes Trinkwasser eine unverzichtbare Lebensgrundlage ist. Die Landwirtschaftslobby startete eine massive Kampagne dagegen. Die damaligen Versprechen und Ziele sind noch immer nicht umgesetzt und die Probleme rund um den Import von Lebensmitteln und sauberes Trinkwasser haben an Aktualität zugenommen.
Das überparteiliche Team um Initiantin Franziska Herren startete eine neue Volksinitiative für mehr Versorgungssicherheit unseres Landes. Ziel ist eine höhere Selbstversorgung mit pflanzlichen Lebensmitteln, wovon auch die Landwirtschaft profitiert. Die Initiative kommt am 27. September 2026 zur Abstimmung.
Ernährungssicherheit ist ein Verfassungsauftrag, doch unsere Selbstversorgung sinkt stetig. Im Krisenfall ist die Schweizer Landwirtschaft nicht dafür gerüstet, die Bevölkerung selbst zu ernähren. Ackerland ist dafür per Gesetz genug gesichert. Deshalb verpflichtet die Initiative den Bund, einen Netto-Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent anzustreben und dafür vermehrt pflanzliche Lebensmittel zu fördern. Auf dem Ackerland sollen dazu statt Futtermais mehr pflanzliche Lebensmittel angebaut werden, das Grasland soll weiter für die Milch- und Fleischproduktion dienen. Heute fördern 75 Prozent der 3,6 Milliarden Franken Agrarsubventionen die tierische Produktion. Konsum und Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln werden massiv benachteiligt. Die Folge: 65 Prozent der pflanzlichen Lebensmittel, die wir essen, werden importiert.
Fruchtbare Böden, sichere Ernten
Die Initiative verlangt die Sicherstellung von fruchtbaren Böden und Biodiversität. Sie sind Voraussetzung für sichere und hohe Erträge sowie einen natürlichen Pflanzenschutz. Die Überdüngung mit Gülle, Mist und Ammoniak aus einer mit Importfutter erhöhten Tierproduktion führt zu anhaltenden Verlusten. Die zum Schutz von Böden und Wasser seit 2008 in den Umweltzielen der Landwirtschaft vorgeschriebenen Höchstwerte für Dünger werden überschritten. Die Initiative verpflichtet den Bund dazu, für die Einhaltung dieser Höchstwerte zu sorgen.
Für abgesicherte Wasserversorgung
Klimawandel und Verschmutzung gefährden unsere Wasservorkommen. Die Initiativeverlangt die Sicherstellung von sauberem Trinkwasser und dem dafür nötigen Grundwasser. Dafür braucht es eine nationale Planung für die Wasserversorgung, auf die auch die Landwirtschaft angewiesen ist.
Für eine krisensichere Ernährung
Ernährungssicherheit ist das Fundament für unser Leben und die Sicherheit unseres Landes. Die Initiative will Agrarsubventionen stärker auf eine krisensichere Versorgung mit inländischen Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser ausrichten. Und die Landwirtinnen und Landwirte profitieren von Produktionssicherheit und neuen Absatzmärkten.