Von Leo Keller, Präsident Fachausschuss Energie und Klima
Mit dem Projekt LUST – Leitfaden Umsetzung Stromgesetz – entwickelt die SP die richtigen Instrumente, damit alle dort anpacken können, wo sie leben, arbeiten und mitwirken wollen. Die Graswurzel-Energiewende nimmt Fahrt auf, auch dank der SP und auch im Aargau. Niederlagen tun weh, können aber neue Kräfte freilegen. Sie zwingen uns zum Nachdenken. Hier informieren die Energie- und Klimaengagierten darüber, wie SP-Mitglieder anpacken können. Das Projekt LUST ist der Schlüssel dazu. Es startet am 5. September (siehe Kasten).
Für die Energieproduktion sind die Gemeinden und Kantone verantwortlich
Die Verfassungen sind klar und deutlich: Die Kantone – nicht der Bund – haben die Verantwortung für die Energieversorgung und das Recht, selbst Strom zu produzieren. Darum gehören die 100 EVUs (Energieverteilungsunternehmen) im Aargau alle den Gemeinden und dem Kanton. Und der Kanton Aargau besitzt 28 Prozent der AXPO, die allein 22,4 TWh Strom produziert (28 % davon sind 6,3 TWh).
Das Stromgesetz will den PV-Strom schnell ausbauen
Die Schweizer Bevölkerung hat im Juni 2024 mit 69 Prozent Ja beschlossen, dass bis 2035 zusätzlich 35 TWh erneuerbarer Strom produziert werden sollen. Für den Kanton Aargau sind das zusätzliche 2,8 TWh. Technisch ist das kein Problem, denn die geeigneten Dächer und Infrastrukturanlagen im Aargau haben ein Potenzial für mehr als 7 TWh. Die Gemeinden haben es in der
Hand, denn sie haben die politische Verantwortung. Ausführen müssen es die gemeindeeigenen EVUs und die Hausbesitzenden sowie die Bewohner:innen und Mieter:innen. Im Moment sind alle noch etwas im Dornröschenschlaf. Die bitteren Niederlagen haben uns aufgeschreckt. Wir müssen es jetzt selber in die Hand nehmen – die SP liefert die Instrumente dazu.
Quartierbatterien machen den lokalen PV-Strom wertvoll
Während PV-Anlagen von 8 bis 18 Uhr Strom produzieren, brauchen wir den Strom auch abends und am Morgen. Batterien, die immer billiger werden, sorgen dafür, dass wir unseren Strom zu 100 Prozent selbst nutzen können. Die EVUs haben eine neue, sehr wichtige Aufgabe (im Leitfaden: «Batterie-Planung»).LEG und ZEV sind die neuen Instrumente für solidarische Strom-Gemeinschaften
Dank dem Instrument der ZEV können alle Mieter:innen den Strom vom Dach ihrer Liegenschaft nutzen. Damit der PV-Strom in der Gemeinde produziert und gleich auch dort günstig konsumiert (kleine Netze) werden kann, gibt es jetzt das Instrument der LEG (Lokale EnergieGemeinschaft). Die SP weiss, wie diese lokalen Energie-Gemeinschaften gestartet und politisch und technisch umgesetzt werden können (im Leitfaden: «ZEV und LEG»).
Dank der neuen Eigentümerstrategie werden unsere EVUs zu Pionieren der Energiewende
Unsere EVUs müssen jetzt umdenken. Sie müssen Partner der vielen lokalen PV-Stromproduzenten werden, Quartierbatteriespeicher aufbauen und LEG und ZEV fördern. Das müssen wir in den neuen Eigentümerstrategien festhalten (im Leitfaden: «Eigentümerstrategie»).