Vom Spargau zum Super-GAU?

Wir haben die Wahl: Heute an die Urne gehen oder morgen die Bildung zu Grabe tragen. Bildung ist kein Luxus! Sondern Grundlage für Chancengerechtigkeit, Fachkräfte und Demokratie. Die Bildungsinitiative bietet die Chance, die letzten Sparrunden rückgängig zu machen.

Von Colette Basler, Präsidentin Bildung Aargau

Teurer als Bildung ist nur keine Bildung. Diese Weisheit geht in unserem Kanton zunehmend vergessen. Der Aargau darf sich zu Recht «Spargau» nennen. Seit Jahren scheint Sparen die grösste Tugend. Diese Politik wird als «verantwortungsvoll» bezeichnet. In Wahrheit ist sie kurzsichtig und teuer. Knappe Bildungs-Ressourcen sind unfair gegenüber Kindern, Lehrpersonen und gegenüber der ganzen Gesellschaft. Kann ein Kind seine Talente entfalten? Scheitert es am System? Schaffen Jugendliche eine Ausbildung? Sind sie integriert? Finden sie Anschluss und ihren Weg? Gute Bildung ist dafür ausschlaggebend. Kinder brauchen Zeit, Förderung und Zukunftsperspektiven. Gut ausgebildete Fachpersonen
sichern den Wohlstand. Der Aargau weist eine hohe Zahl von Berufsmaturand:innen und Fachhochschulabsolvent:innen auf. Das verspricht Innovationskraft und wirtschaftliche Stabilität.

Bildung darf nicht totgespart werden
Fachkräftemangel und die daraus entstehenden Folgekosten bedeuten einen ökonomischen Blindflug. Ein Aargau, in welchem die Brennstäbe die einzigen hellen Leuchten sind, ist das grösste anzunehmende Unglück. Der Super-GAU. Gutes Personal kostet. Lehrpersonen sind spezialisierte Fachkräfte. Der Aargau als Arbeitgeber muss wettbewerbsfähige Bedingungen schaffen, um motiviertes Lehrpersonal mit grosser Arbeitsqualität zu halten. Lehrpersonen am Limit, fehlende Stellvertretungen, unqualifizierte Mitarbeitende und hoher Administrationsaufwand verschlechtern den Unterricht. So wird der Mangel nicht gelöst, sondern verschärft.

Gute Bildung stärkt unsere Demokratie
Gute Schulen fördern mündige Menschen. Denken, Diskutieren, Hinterfragen, Verantwortung übernehmen sind demokratische Grundkompetenzen. Sie werden in der Schule gelehrt. Die Qualitätsziele der Schule Aargau verkommen zu Papier-Tigern.
Im Schulalltag fehlen Personal, Zeit und Ressourcen. Lehrpersonen sind überlastet und fühlen sich im Stich gelassen. Abwanderung in andere Berufe ist das Resultat. Was es braucht, sind nicht leere Versprechungen, sondern Verbindlichkeit.
Die Bildungsinitiative macht klar: Bildungsqualität ist eine staatliche Pflicht. Der Kanton muss Verantwortung übernehmen – finanziell, personell und mit klaren Rahmenbedingungen. Wer Bildung ernst nimmt, investiert jetzt. Wer den Aargau stark halten will, stimmt der Bildungsinitiative zu. Damit der Aargau bildungstechnisch nicht zum Super-GAU wird: Jetzt abstimmen gehen!

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