Von Ruth Schmid und Heinz Rüegger, SP 60+ Aargau
Lucia Engeli, Co-Präsidentin SP Aargau
Die SP 60+ Aargau hat politische Debatten angestossen, Veranstaltungen organisiert, sich in Vernehmlassungen eingebracht und eine Nationalratswahl-Unterliste gestellt. Dieses Engagement war nie Selbstzweck. Es hat dazu beigetragen, sozialdemokratische Politik breiter abzustützen und wichtige Erfahrungen einzubringen. Gleichzeitig wurde in den letzten Jahren immer deutlicher: Die klassische Vereinsstruktur mit Vorstand, Sitzungen und formellen Abläufen band zunehmend Energie. Energie, die in der politischen Arbeit fehlte. Auch wurde es schwieriger, Vorstandsmitglieder zu finden. Die Bildungsveranstaltungen waren nicht gut besucht, sodass der Aufwand oft nicht mehr im Verhältnis zur Wirkung stand.
Weiterentwicklung statt Auflösung
An der Generalversammlung vom 26. März 2026 wurde deshalb über die Auflösung dieser Vereinsstruktur gesprochen. Ein wichtiger Entscheid wurde gefällt: Nicht die Auflösung der SP 60+ Aargau, sondern ihre Weiterentwicklung soll angestrebt werden. Einstimmig wurde beschlossen, einen neuen Weg zu gehen und die Untergruppe in ein «Netzwerk 60+ Aargau» zu überführen. Und so stellen wir uns das vor: Das neue Netzwerk verzichtet bewusst auf starre Vereinsstrukturen. Stattdessen steht das im Zentrum, worum es immer ging: politisches Engagement. Mitglieder können sich weiterhin punktuell und themenbezogen einbringen, sei es bei Vernehmlassungen, in Kampagnen, bei der Erarbeitung von Positionen oder mit eigenen Beiträgen. Die Netzwerkstruktur soll vor
allem aktiver von der Kantonalpartei genutzt werden, damit die Meinung der älteren Generation systematisch zum Tragen kommt. Der Budgetposten bleibt auch bestehen. Ausserdem bleibt die Verbindung zur SP 60+ Schweiz bestehen. Wir haben gelernt: Nicht Strukturen schaffen Bewegung, sondern gemeinsames Handeln.
Netzwerk im Aufbau
Als erster Schritt wird nun das Netzwerk aufgebaut: Wer möchte sich für welches Thema und auf welcher Ebene engagieren? Die Kontaktaufnahme und das Involvieren für bestimmte Anliegen sollen damit gezielter und dynamischer möglich werden. Diese Zusammenarbeit im Netzwerk wird im Rahmen eines einjährigen Pilotprojekts erprobt. Danach wird gemeinsam ausgewertet, wie sich diese Form bewährt hat und wie die zukünftige Organisation aussehen soll. Die Umwandlung ist kein Rückzug. Sie ist Ausdruck des Willens, die Stimme der älteren Generation zu stärken. Denn klar ist: Die Erfahrung, die Perspektive und das Engagement der über 60-Jährigen bleiben ein unverzichtbarer Teil unserer politischen Arbeit. Und das Feuer, dieser Stimme Gehör zu verschaffen, war an der GV klar spürbar – wir hoffen, dass die neuen Strukturen dazu führen, dass die Stimme bald überall hörbar wird.
Nicht Strukturen schaffen Bewegung – sondern gemeinsames Handeln