SP Aargau fordert deutliche Stärkung des Förderprogramms Energie 2027–2030

Aarau, 2. Juli 2026

SP Aargau unterstützt die Weiterführung des kantonalen Förderprogramms Energie 2027–2030 grundsätzlich. Das Programm ist ein wichtiges Instrument, um die Klimaziele von Bund und Kanton zu erreichen, den Ausstieg aus fossilen Heizungen zu beschleunigen und Mittel aus der CO₂-Abgabe in den Kanton Aargau zurückzuholen. Gleichzeitig fordert die SP eine deutliche Aufstockung der finanziellen Mittel sowie gezielte Anpassungen bei den Fördermassnahmen. 

Aus Sicht der SP besteht weiterhin ein grosser Handlungsbedarf im Gebäudebereich. Damit die Ziele von Netto-Null bis 2050 und der kantonalen Energiestrategie erreicht werden können, braucht es wirksame und sozial ausgewogene Anreize. Im Gegensatz zu steuerlichen Abzügen profitieren von Förderprogrammen alle Liegenschaftsbesitzerinnen und Liegenschaftsbesitzer unabhängig von ihrem Einkommen oder ihrer Steuerkraft.

Die SP unterstützt deshalb die Weiterführung des Förderprogramms, hält den vorgesehenen Verpflichtungskredit von 127,8 Millionen Franken jedoch für ungenügend. Sie fordert eine Erhöhung des Bruttokredits auf mindestens 170 Millionen Franken und lehnt die vorgesehene Deckelung des kantonalen Beitrags auf maximal 58,33 Millionen Franken ab.

«Wer die Klimaziele ernst nimmt, muss auch die nötigen Mittel bereitstellen. Der Aargau kann und soll aufgrund seiner guten Finanzlage deutlich mehr in die energetische Modernisierung der Liegenschaften im Kanton investieren», sagt Gabi Lauper Richner, Grossrätin der SP Aargau.

Kritisch beurteilt die SP insbesondere den Vorschlag des Regierungsrats, Luft-Wasser-Wärmepumpen künftig erst ab einer Leistung von 70 kW zu fördern. Gerade bei Mehrfamilienhäusern und grösseren Wohngebäuden werden heute aus Kostengründen noch immer fossile Heizungen eingebaut. Die SP fordert deshalb, dass entsprechende Wärmepumpen bereits ab 20 kW förderberechtigt sind. Noch besser wäre der vollständige Verzicht auf eine Mindestgrenze.

Die Partei begrüsst dagegen die geplante Konzentration der Förderung auf den Ersatz fossiler Heizungen sowie die energetische Sanierung von Gebäudehüllen. Ebenfalls unterstützt sie den Grundsatz, in Gebieten mit bestehendem Fernwärmeanschluss keine Wärmepumpen mehr zu fördern.
Klar abgelehnt wird hingegen die Absicht des Regierungsrats, den Ausbau und die Erstellung neuer Wärmenetze nicht mehr finanziell zu unterstützen. Viele Gemeinden und Energieversorger seien weiterhin auf kantonale Fördergelder angewiesen, um entsprechende Projekte realisieren zu können. Die SP verlangt deshalb, dass die Förderung von Wärmenetzen weitergeführt und der Verpflichtungskredit entsprechend erhöht wird.

«Ohne zusätzliche Investitionen in Wärmenetze und den raschen Ersatz fossiler Heizungen wird die Energiewende im Gebäudebereich unnötig verzögert. Der Kanton muss hier eine aktive und verlässliche Rolle übernehmen», betont Marius Fedeli, Grossrat der SP Aargau.


Zusätzlich schlägt die SP die Schaffung von Klima-Darlehen oder Klima-Bürgschaften vor. Damit sollen insbesondere Pensionierte und andere Eigentümerinnen und Eigentümer unterstützt werden, die von Banken keine zusätzlichen Hypotheken mehr erhalten, obwohl energetische Sanierungen sinnvoll und notwendig wären.


Für die SP Aargau ist klar: Das Förderprogramm Energie 2027–2030 ist ein zentrales Instrument für den Klimaschutz, die Versorgungssicherheit und die lokale Wertschöpfung. Damit es seine Wirkung voll entfalten kann, braucht es jedoch mehr Mittel, stärkere Anreize und eine konsequente Unterstützung von Wärmenetzen und dem Ersatz fossiler Heizungen.

Ansprechpartner:innen zu diesem Thema

Martin Brügger

Martin Brügger

Grossrat Brugg

Marius Fedeli

Marius Fedeli

Grossrat Aarau

Gabi Lauper Richner

Gabi Lauper Richner

Grossrätin Lenzburg

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